häufig gestellte Fragen zur Ergotherapie bei Kindern
- Wie lange dauert Ergotherapie?
- Zu Hause kann ich mit meinem Kind auch spielen. Wozu also Ergotherapie?
- Könnte Ergotherapie nicht täglich über einige Wochen stattfinden (z.B. in den Ferien), um damit die Therapiezeit zu verkürzen?
- Ist es von Bedeutung ob mein Kind einen Mann oder eine Frau als Therapeuten bekommt?
- Können Eltern die Therapie unterstützen?
- Gibt es entsprechende Literatur?
- Findet Ergotherapie einzeln oder in der Gruppe statt?
- Ist es besser, wenn Eltern bei der Therapie anwesend sind?
- Ist mit Ergotherapie der Förderbedarf meines Kindes abgedeckt?
- Was können Eltern gezielt zu Hause tun?
Wie lange dauert Ergotherapie?
Je nach Ausprägung der Störung zwischen einem halben Jahr und 2 Jahren.

Zu Hause kann ich mit meinem Kind auch spielen. Wozu also Ergotherapie?
Natürlich ist es wichtig und sinnvoll, viel mit Ihrem Kind zu spielen und es dadurch in seiner Entwicklung zu fördern. Allerdings sind Ergotherapeuten darin geschult, für ganz bestimmte Störungen ganz bestimmte Materialien einzusetzen, die größtmögliche Erfolge versprechen.
In einer therapeutischen Praxis gibt es ein so zahlreiches Angebot an Spielmöglichkeiten, das sicherlich nicht von einem Einzelhaushalt anzubieten ist. Sehr unterschiedliches Spielmaterial ermöglicht es dem Kind, Fertigkeiten durch sehr unterschiedliche Tätigkeiten vernetzter zu erlernen, auszubauen und in seine Gesamtpersönlichkeit zu integrieren.
Einige familiäre Situationen sind bereits sehr verfahren.
Kinder spüren häufig, daß Eltern von ihnen enttäuscht sind oder bestimmte Fertigkeiten erwarten. Eltern hingegen "traktieren" ihre Kinder gerne mit Verbesserungsvorschlägen oder neigen dazu anzunehmen, daß das Kind schon könnte, wenn es nur wollte.
Diese Ausgangssituation führt häufig zu Mißverständnissen, Ohnmacht und immer wiederkehrenden frustrierenden Erlebnissen, die zu automatisierten sozialen Mustern heranwachsen und weitere Entwicklungsmöglichkeiten nachhaltig blockieren.

Könnte Ergotherapie nicht täglich über einige Wochen stattfinden (z.B. in den Ferien), um damit die Therapiezeit zu verkürzen?
NEIN.
Jeder Mensch ist ein höchst kompliziertes Netzwerk aus unzählig vielen Nervenbahnen. Veränderungen in einem so komplexen System vorzunehmen bedeutet, daß sich der gesamte Organismus immer an die neu erworbenen Fähigkeiten angleichen muß. Größere Umstrukturierungen brauchen ihre Zeit. Teilfähigkeiten können sicherlich kurzfristig verbessert werden, allerdings besteht die Gefahr darin, daß bei zu wenig Zeit zum "Absetzen" wieder ein Hang zur Rückfälligkeit besteht, oder anders ausgedrückt: wieder zu alten, gewohnten und damit liebgewonnenen Mustern zurückverfallen wird.

Ist es von Bedeutung ob mein Kind einen Mann oder eine Frau als Therapeuten bekommt?
Prinzipiell nein.
Ein Therapeut gestaltet seine Therapie als "Neutrum".
Allerdings kann es aufgrund familiärer oder sozialer Hintergründe in Ausnahmefällen schon wichtig sein, ob der Therapeut männlich oder weiblich ist. Im Laufe des Aufnahmegesprächs kann in Absprache mit dem/der TherapeutIn auf Wünsche eingegangen werden.
Können Eltern die Therapie unterstützen?
JA, das ist sogar sehr wichtig.
Sie sollten in aktiven Austausch mit dem Therapeuten treten , ihre
Erwartungen besprechen und die Therapieziele mitgestalten.
Eltern sollten den Therapeuten ihre Beobachtungen (positive und negative) immer wieder mitteilen. Erreichte Teilerfolge sollten sie bei ihren Kindern weiterhin fördern und somit zur Stabilisierung beitragen.
Erfolge bzw. Veränderungen sollten sie bewußt erkennen und in künftiges Verhalten und den Umgang mit ihren Kinden einfließen lassen.
Und nicht zu vergessen: Eine regelmäßige, ernstgenommene Teilnahme des Kindes an der Therapie führt zu schnelleren, umfassenderen Erfolgen.
Gibt es entsprechende Literatur?
JA
Da die Auswahl zum Thema Ergotherapie riesengroß ist, fragen Sie bitte uns Therapeuten nach geeigneter, für die Situation zutreffender Literatur. Wir beraten Sie gern.
Findet Ergotherapie einzeln oder in der Gruppe statt?
In den meisten Fällen erfolgt zu Anfang Einzeltherapie, für die Diagnostik und Festsetzung der Ziele und um dem Kind Sicherheit und Stabilität zu vermitteln.
Einzeltherapie wird fortgeführt, um die Therapie zu intensivieren. Die Therapiegestaltung ist den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Kindes angepaßt.
In Gruppentherapie kann gewechselt werden, vor allem um soziale Fähigkeiten zu verbessern oder zu trainieren. 
Ist es besser, wenn Eltern bei der Therapie anwesend sind?
Eltern werden meist nur zu Anfang mit in den Raum genommen. Das Kind hat dadurch Sicherheit.
Die Eltern sehen, was in der Therapie geschieht und wie eine Therapie-Einheit im allgemeinen abläuft.
Früher oder später, je nach den Bedürfnissen des Kindes oder Verfolgung des Therapieziels, folgt dann "Ausgrenzung" der Eltern aus dem direkten Therapiegeschehen.
Die Therapie findet niemals in "geheimer Atmosphäre" statt. Grundsätzlich sind alle Eltern herzlich eingeladen, von Zeit zu Zeit die Therapie zu besuchen oder mitzumachen. 
Ist mit Ergotherapie der Förderbedarf meines Kindes abgedeckt?
Das läßt sich schlecht verallgemeinern.
Ergotherapie ist eine ganzheitliche Methode, die ein breites Spektrum an Förderung abdeckt.
Ob Ergotherapie allein ausreicht, ist abhängig vom Störungsbild des einzelnen Kindes.
Auf alle Fälle werden Eltern in regelmäßigen Gesprächen immer wieder auf mögliche andere, für ihr Kind hilfreiche Therapieformen aufmerksam gemacht und beraten. 
Was können Eltern gezielt zu Hause tun?
Grundsätzlich gilt: die in der Therapie angestrebten Ziele sollten auch so weit wie möglich in das Alltagsgeschehen des Kindes miteinfließen. Je umfangreicher die Förderung, desto besser für den Therapieerfolg.
Spezielle und konkrete Übungen bzw. Fördermöglichkeiten sind vom Störungsbild jedes Kindes individuell abhängig - bitte mit dem Therapeuten besprechen!